Die osteopathische Behandlung

Behandlungsablauf:
Anamnese

Zu Beginn steht ein ausführliches Anamnesegespräch, um wichtige Information zur persönlichen Krankheitsgeschichte herauszufiltern. Machen Sie sich gerne schon im Vorfeld Gedanken über die Entstehung Ihrer Beschwerden, über vorausgehende Traumata oder OP´s (auch in der Kindheit) und  über Vor- oder Nebenerkrankungen.

Wenn vorhanden, bringen Sie relevante Unterlagen, wie Blutanalysen, OP-Berichte, Krankenakten gerne in Kopie zur ersten Behandlung mit.

Untersuchung

Im Gegensatz zu anderen Therapieformen, sieht ein Osteopath den Körper als eine Einheit. Er untersucht (und behandelt) somit nicht nur in der Region, in der der Patient Beschwerden angibt, sondern den gesamten Körper, um mechanische Einschränkungen und daraus resultierenden Ungleichgewichten zu erkennen. Die Untersuchung und Behandlung des Patienten findet im Regelfall in Unterwäsche statt, damit wir uns als Therapeuten einen guten Eindruck über die Statik und über das Gewebe machen können. Sollten Sie sich so sehr unwohl fühlen, bringen Sie bitte kurze und enganliegende Sportbekleidung mit zur Behandlung.

Osteopathische Behandlung

Die osteopathische Behandlung umfasst die drei Säulen der Osteopathie:

  • Die parietale Osteopathie umfasst direkte und indirekte Techniken im Bereich des Bewegungsapparates. Dieser parietale Bereich umfasst Knochen, Wirbel, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder und Faszien. Durch gezielte Mobilisierung und manuelle Techniken werden Blockaden und Funktionsverluste im Bewegungsapparat behandelt.
  • Die viszerale Osteopathie behandelt die inneren Organe, sowie ihrer arteriellen, venösen und lymphatischen Gefäße und Nervenbahnen mittels einer sanften manuellen Behandlung.
  • Die cranio – sakrale Osteopathie betrachtet die Verbindung von Schädel und Kreuzbein. Sie mobilisiert Dysfunktionen im Bereich der Schädelknochen und des Kreuzbein, beeinflusst aber auch Durchblutung, Liquorfluss und Stoffwechsel.

Alle drei Bereiche stehen in einem engen Zusammenhang und können nicht isoliert voneinander betrachtet werden.
Das Ziel der Behandlung ist die Ursache des Problems zu finden und zu lösen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. „Find it, fix it and leave it alone“ (Andrew Taylor Still).  Hierbei wird ausschließlich manuell ( = mit den Händen gearbeitet).
Osteopathie ist ebenfalls eine sinnvolle präventive Therapie, denn die meisten Symptome entstehen durch Ursache-Folge-Ketten, die sich über lange Zeit aufgebaut haben.

Grenzen der Osteopathie

Die osteopathische Therapie hat auch Grenzen, auf die wir hinweisen möchten:

Schwere oder akute Infektionen sollten nicht osteopathisch behandelt werden.

Akute Notfälle und psychische Erkrankungen gehören nicht in das Behandlungsgebiet der Osteopathie und müssen aus meiner Sicht schulmedizinisch durch einen Arzt abgeklärt und behandelt werden.

Schwerwiegende Beeinträchtigungen, die schulmedizinisch behandelt werden, können unterstützend und in Absprache mit dem behandelnden Arzt durch die osteopathische Therapie begleitet werden.

Grundsätzlich sollte angemerkt werden, dass die Osteopathie in Deutschland weder von der evidenzbasierten Medizin anerkannt, noch in Bezug auf Wirkung und Wirksamkeit durch valide wissenschaftliche Studien bewiesen ist. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Osteopathie in Deutschland mittlerweile in anerkannten Studiengängen mit Bachelor oder Master Abschluss studiert werden kann. Alle „Anwendungsgebiete“ der Osteopathie sind demzufolge aus rechtlicher Sicht derzeit Beobachtungen einzelner Therapeuten ohne Anspruch auf wissenschaftliche Anerkennung. So sind alle Hinweise zu verstehen.

Osteopathie

Osteopathie ist eine alternative Behandlungsform, die auf fachlichen Kenntnissen der menschlichen Anatomie, Physiologie, Neurologie und Embryologie basiert und aktuell in Deutschland im Rahmen der Heilkunde ausgeführt werden darf.

Begründer der Osteopathie dessen Name (gr. Osteon = Knochen und gr.. Pathos = Leiden) oft irreführend ist – war der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917). Nach etlichen Schicksalsschlägen innerhalb seiner eigenen Familie, suchte er einen neuen medizinischen Ansatz.

Sein Grundgedanke war hierbei Dysfunktionen im Körper aufzuspüren und die körpereigenen Selbstheilungskräfte anzuregen. Über viele Jahre wurden die osteopathischen Ansätze von den Schülern Stills weiterentwickelt, dennoch bleibt es weiter schwierig die Osteopathie zu definieren.

Osteopathie als ganzheitliche Behandlungsmethode bestehend aus:

Medizin

da sie auf den Grundlagen der Anatomie, Physiologie und Pathologie basiert.

Wissenschaft

denn ausführliche Anamnesen, ständiges Hinterfragen, wissenschaftliche Neugier, medizinische und psychosoziale Fortbildungen sollten Grundlage der Osteopathie sein.

Therapie

sodass sie als ganzheitliche und individuelle Behandlungsmethode durch ein intensives Vertrauensverhältnis zwischen Therapeut und Patient gekennzeichnet ist.

Philosophie

aus der philosophischen Auseinandersetzung mit der Schöpfung und dem Menschen wurden die vier Prinzipien der Osteopathie beschrieben.

Aus der Philosophie wurden vier Prinzipien der Osteopathie beschrieben:

Ganzheitlichkeit

Die Betrachtung der anatomischen Zusammenhänge des gesamten Menschen , aber auch seine Ernährung, seine Lebensweise, psychosoziale und psychoemotionale Faktoren und sonstige Umweltfaktoren. Im Gegensatz zu anderen Therapieformen, sieht ein Osteopath den Körper als eine Einheit. Er untersucht und behandelt nicht nur die Region der Beschwerden, sondern den gesamten Körper mit seinen mechanischen Einschränkungen und den daraus resultierenden Ungleichgewichten

Bewegung

„Bewegung ist Leben“ ….. nicht nur die großen sichtbaren Bewegungen unseres Körpers, sondern auch die Bewegungen der inneren Organe, die cranialen Bewegungen der Schädelknochen, die Bewegungen der Flüssigkeiten in den Gefäßen und auch der zellulären Flüssigkeiten. Still beschreibt Bewegungsstörungen als Dysfunktionen und diese als Ursachen für Erkrankungen.

Struktur und Funktion

Dysfunktionen führen zu einer Störung in einer Struktur / in einem Gewebe und umgekehrt führt auch die Schädigung einer Struktur zu einer Funktionstörung. Struktur und Funktion bedingen sich gegenseitig. Die Funktion und somit die Bewegung ist aber lebensnotwendig für die Zirkulation und für alle Stoffwechselprozesse.

Autoregulation

Der Körper besitzt selbstregulierende Mechanismen. Osteopathie dient als Hilfestellung für den Organismus, um Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

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© 2021 Osteopathie Nina Hansen